Kapitalismus im Endstadium - Teil 1
Teil 1:
Der Kapitalismus ist an seinem endgültigen Ende angekommen. Der Zussammenbruch des Ostsblocks hat ihm noch einige zusätzliche Jahrzehnte geschenkt, aber jetzt ist auch hier Schluß. Das Ende äußert sich nur anders als gedacht. Der Kapitalismus hört nicht einfach auf zu existieren, er verteilt sich nur anders um.
[ Hinweis: Alle 3 Texte sind alles andere als ‘lieb’. Wer mit teils drastischen Worten nichts anfangen kann, liest bitte etwas netteres. ]
Schaut man sich Weltweit etwas um, Krisenherde ohne Ende. Man stellt sich zwangsläufig die Frage, was ist passiert? Eine Demokratie nach der anderen gerät ins schlingern. Am schlimmsten hat es im Moment die USA getroffen, dessen Trump dort alles und jeden niedermäht, was sich ihm in den Weg stellt. Man möchte fast in Ehrfurcht verfallen, Angesichts des rasenden Niedergangs der Demokratie da. Schaut man nach Argentinien, einstmals auch eine Demokratie, heute nur noch ein Schatten seiner selbst. Die Türkei, Ungarn, Russland, Frankreich, Polen, Italien und, und, und, überall zerbröseln die Demokratischen Maßstäbe an den neuen rechten Bewegungen. Es ist kein einziges Land nicht davon betroffen. Aber warum ist das so?
Ich betrachte nur die Jahre 2000 bis 2020, das Vereinfacht den Umgang mit den vorhandenen Daten.
McKinsey stellte schon 2021 1 fest, dass sich das globale Nettovermögen verdreifacht hat. Davon sind allerding nur(!) 20% in produktiven Werten angelegt. Der Rest ergießt sich in Immobilien. Die Steigerungen sind unverschämt. 2 Schaut man auf die Preisentwicklung der Mieten, deckt sich das fast mit der Aussage von McKinsey. 3
Betrachte ich mir die Entwicklung des BIP Weltweit, stellt man bei den meisten Westlichen Demokratien eine Verdoppelung fest. 4
Meint ihr wirklich da gibt es keinen Zusammenhang, zwischen dem Zerfall einer Demokratie und dem erstarken Rechter Kräfte? Ich schaue mal genauer hin für euch. ;o)
Das Phänomen rechtslastiger Kräfte ist nicht erst seit den 2000er Jahren vorhanden. Europaweit gibt es seit etwa Mitte der 80er Jahre den FN in Frankreich, Lega Nord in Italien, Vlaams Blok in den Niederlanden usw. Eine wirklich lesenswerte Studie, auf die ich mich auch beziehen werde, findet ihr hier: 5 Interessant hierbei, die meisten dieser Parteien gründeten sich, weil sie der Meinung waren zu viel Steuern zu zahlen. Und siehe da, jede dieser Parteien hat tatsächlich ähnliche Aussagen zum Thema Steuerpolitik. Wir befinden uns in Deutschland, also schaue ich mal in das Wahlprogramm der AfD/CDU/CSU 2025.
Steuern sind das neue Böse!
Die AfD will z.B. die Vermögen- und Erbschaftssteuer abschaffen 6. Die CSU will sie zwar nicht direkt abschaffen, auf jeden Fall aber senken 7, weil es in Bayern ja ach so teuer sei das alles. Je rechter die Partei also, desto mehr wird für Abschaffung dieser Steuern eingetreten und umso größer ist der Einfluß von denen, die wirklich das Geld haben. Wer hier nun keinen Zusammenhang sieht, nun das ist wohl die SPD. Deswegen halten die eine Koalition mit der CDU/CSU womöglich auch für Vorteilhaft. Wir wissen es noch nicht, wenn auch die Bedeutungslosigkeit für die ehemalige Sozialdemokratie schon begonnen hat.
Zurück zum Thema.
Die Steigerung der Vermögen der Superreichen in den betrachteten 20 Jahren, hat aus meiner Sicht einen direkten Einfluss darauf, wie sehr sich Rechte Parteien etablieren konnten. In allen Fällen ging das überall mit teils extremen Einschnitten in die Sozialen Belange einher. War in den 70er bis 90er Jahren noch von einer Sozialen Marktwirtschaft die Rede, hört man heute nichts mehr davon. Allenfalls sollen Beschlüsse “Sozialveträglich” sein, was auch immer das am Ende bedeuten mag. Sozialverträglich nennt man es wohl deswegen, um zumindest noch den Anschein zu wahren, dass §1 des Grundgesetzes “Die Würde des Menschen ist unantastbar” in irgend einer Weise beachtet würde. Dabei meinen die vermutlich den Satz so: “Nur Haufenweise Geld des Menschen ist unantastbar.”.
Gewinne privatisieren, Verluste vergesellschaften!
Interessant ist die Entwicklung zu sehen, die sich insbesondere nach 2008 abzeichnete. Banken gingen (fast) pleite, die Zeche zahlte der Steuerzahler. Die Kosten in Deutschland lagen bei etwa 30 Mrd. €! Weltweit sollen laut IWF etwa 50 Billionen Dollar verbrannt worden sein. Der Kapitalismus weiß genau, der Staat springt ein, wenn man sich verzockt hat. Die benötigen nur das Etikett “Systemrelevant” an ihre Firma kleben, schon springt der Staat. Eine Form des Sozialismus im übrigen, will nur keiner wahr haben.
Den gleichen Sozialismus erleben wir gerade bei den Deutschen Autobauern. Jahrzehnte sind vergangen, ohne dass sie etwas zu ihrem eigenen Erhalt beigetragen haben. Jetzt stehen sie kurz vor der Klippe und hoffen erneut auf Staatliche Hilfen. Vorausgesetzt eine gewisse Systemrelevanz wurde denen attestiert. Wenn die Zulieferer reihenweise pleite gehen, sogar Weltmarktführer(!) 8, nun dann sind das Kollateralschäden. Aber Deutsche Wertmarken? Nicht auszudenken! Und wer schreit zuerst nach Hilfen? Die Eigentümer!
Das Thema ist ja, man hat in den Führungsetagen geschlafen. (Die Eigentümer hätten intervenieren können, taten es aber nicht!) Wer benötigt denn unbedingt - Achtung Suggestivantwort: “Weil geht nicht anders” - Benzin, Gas usw.? Die großen in Deutschland. BASF, VW, Porsche, BMW, Mercedes … also all die “großen” Milliardäre, die Top 30 der gierigsten Vertreter dieser Gesellschaft! Die interessiert es nicht, wenn die Welt brennt. Sie können sich nämlich in ihren eigenen Finanzslums einmauern, ohne Gefahr zu laufen, mit “denen da draußen” in Kontakt zu kommen!
Und was macht der Dummdeutsche Steuermichel? Klatten und Co. müssen sich nicht mal selbst anstrengen, damit sie weniger oder gar keine Steuern zahlen müssen. Der Steuermichel geht für die - ohne Bezahlung natürlich - auf die Straße und will weniger Steuern zahlen. Deutsche Kartoffeln begreifen schlicht und einfach nicht, dass deren Steuerlast so gar nichts mit der Steuerlast der oben Fünfhundert zu tun hat! Hier kommt dann Rechte Polemik zum tragen. “Steuern runter!”. Stimmt, die Steuern in Deutschland sind schon recht hoch. Aber die werden nur von denen gezahlt, die es sich gar nicht leisten können, irgend ein Steuerparadies aufzusuchen. Die meisten könnten sich da nicht mal eine Woche Urlaub leisten. Deutsche Kartoffeln gehen lieber jene wählen, die die oben Fünfhundert pampert. Denn sie selbst haben niemals etwas davon.
Interessant hierzu nämlich auch unsere Renten, die in einem direkten Zusammenhang mit dem ganzen hier stehen. Die Regierungen der vergangenen 20 Jahre haben nämlich dafür gesorgt, dass ein jeder in Aktien investieren solle. Die sogenannte “Riesterrente”. Der Freibetrag pro Jahr liegt bei 1.000€/Person. Ansonsten werden 25% Steuern fällig. Es sei denn man kann diese Aktien 10 Jahre+ halten, dann fällt nicht mal mehr Spekulationssteuer an. Deswegen ist CumEx ja auch so groß geworden, nur keiner kümmert sich darum. Auch hier soll wohl ein Schaden von mehr als rund 150 Mrd. € entstanden sein 9, die keiner mehr haben möchte. Insbesondere das Steuerrecht bezüglich Aktiengeschäften, ist so ein undurchsichtiges Durcheinander, kein Wunder dass es hier Top-Spezialisten braucht, um das zu entwirren. Und auch die kann sich der Dummdeutsche Steuermichel nicht leisten.
Kein Gesetz garantiert dir einen Kurs. Nur der Glaube soll ihn garantieren
Inzwischen will sogar die EU, 10 dass Renten mit der Börse verquickt werden. Das ist Neoliberalismus in Reinstform. Renten sollen demnach auch privatisiert werden. Wobei es dann jedem Rentner selbst zufällt, die richtigen Börsenwerte zu kaufen. Denn was passiert wenn die Kurse fallen? Die Antwort ist brutal einfach: “Dann ist deine Altersvorsorge nicht schlecht, sondern weg!”
Die kapitalgedeckte Rente funktioniert nur, wenn ständig neue Generationen Geld in den Markt pumpen, um die Gewinne der Älteren zu ermöglichen. Also genau derselbe Zufluss-Mechanismus wie bei einem Schneeballsystem.
Ach?
Ach was?
Ein Umlagesystem wäre der bessere Schritt, denn:
Umlagesystem:
Junge finanzieren Alte mit Arbeit. Alle! Keine Ausnahmen!
Kapitalgedeckte Rente:
Junge finanzieren Alte mit Hoffnung.
Und falls die Hoffnung nicht reicht?
Dann wird “Eigenverantwortung” gesagt - ein schönes Wort für
“Pech gehabt”.
Fazit
- Dummdeutscher Steuermichel zahlt Erbschaftssteuer
- Renten sind nicht systemrelevant
Ausnahme(n):
- Du kannst dich freikaufen
- Du hast dir das Etikett “Systemrelevant” aufgeklebt
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Fußnoten
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https://www.mckinsey.de/news/presse/2021-11-17-mgi-global-balance-sheets ↩
-
https://de.statista.com/statistik/daten/studie/70265/umfrage/haeuserpreisindex-in-deutschland-seit-2000/ ↩
-
https://de.statista.com/statistik/daten/studie/70132/umfrage/mietindex-fuer-deutschland-1995-bis-2007/ ↩
-
https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_L%C3%A4nder_nach_historischer_Entwicklung_des_Bruttoinlandsprodukts ↩
-
https://www.europaimunterricht.de/fileadmin/europaimunterricht/pdf/Unterrichtseinheiten/bis_2017_rechtspopulismus_und_rechtsextremismus_in_europa.pdf ↩
-
https://www.bundestagswahl-bw.de/wahlprogramm-afd ↩
-
https://www.csu.de/common/download/Bayern-Agenda_zur_Bundestagswahl2025.pdf ↩
-
https://www.derstandard.de/story/3000000289086/jedes-dritte-auto-hat-sie-erfinder-der-zentralverriegelung-ist-insolvent ↩
-
https://de.statista.com/infografik/26036/geschaetzter-steuerverlust-durch-cum-cum-und-cum-ex/ ↩
-
https://www.merkur.de/wirtschaft/rueckstaendigkeit-naechster-renten-zoff-nun-will-sich-wohl-die-eu-einmischen-es-geht-um-zr-93995413.html ↩