Einleitung

Unsere Regierung, insbesondere die Kreise aus der CDUPolitischer Zusammenschluss, der den Stillstand zur Ersatzreligion erhoben hat. Jede Veränderung wird als Bedrohung des 'Abendlandes' oder des Wohlstands inszeniert, während die eigene Realitätsverweigerung als 'Stabilität' verkauft wird. Ihr Ziel ist die Konservierung veralteter Privilegien auf Kosten der Zukunftsfähigkeit., fordern stetig Wachstum in allen Bereichen. Nicht direkt, aber durch ihr Handeln gibt es tatsächlich Wachstum. Allerdings weder Wachstum von naturnahen Bereichen noch Wachstum in Sachen Umweltschutz.

Sie haben es geschafft, Wachstum in der Klimakrise zu verursachen. Es wachsen Temperaturen, da, wo sie nicht wachsen sollten. Es wachsen Löcher in den Seen. Es wachsen Trockengebiete, die keiner gebrauchen kann. Am wenigsten zum Beispiel die Bauern.

Alles wächst sozusagen in die falsche Richtung. Negatives Wachstum wäre mal toll. Aber das kommt im Sprachgebrauch einer CDU nicht vor.

Die Idee

Auf Bluesky hatten da so ein paar “Spinner” einen Gedankenblitz, der sich so formierte:

Ich habe den Gedanken weitergesponnen und den Versuch unternommen da mal etwas konkreter zu denken.

Der Gedanke

Fridays for Future gibt es schon, die könnte man aber unterstützen. Denn nicht jeder ist angetan von Sprechblasen auf Plakaten oder diversen Sprüchen. Viele andere lehnten den Protest der Letzten Generation ab. Zu vulgär, zu radikal, zu störend, meinten viele.

Auch das kann ich verstehen. Das wäre ebenso wenig meine Protestform. Ich mag es subtiler. Ja, vielleicht sogar nachhaltiger. Und ich hoffe, einige von euch auch. Der entscheidende Unterschied zu vielen bisherigen Protestformen wäre: Der Protest hinterlässt nicht Verwüstung, sondern etwas Positives. Er macht sichtbar, was eigentlich passieren müsste.

Ich würde das sogar als Grundidee formulieren:

Nicht blockieren. Nicht zerstören. Bauen. Pflanzen. Begrünen. Verändern.

Die 5cm Revolution

Überall dort, wo eigentlich ein Baum, Strauch oder eine Grünfläche hingehören würde, steht plötzlich ein winziger Topf. Nicht einer. Hundert. Tausend. Zehntausend. Auf Mauervorsprüngen, Fensterbänken, Zäunen, vor Behörden, an Geländern, auf erlaubten öffentlichen Flächen usw. Und alle tragen dasselbe kleine Schild:

Hier könnte ein Baum stehen.

Oder: 5 cm Grün. Mehr war nicht erlaubt.
Oder ganz trocken: Klimaschutz, Größe XS.
Das wäre visuell enorm stark.

Baustelle Zukunft

Die Spitzhacke bekommt eine zweite Funktion als Baustellensymbol. Man könnte Aktionen als Baustelle inszenieren - also BAUSTELLE ZUKUNFT mit Absperrband, Warnwesten, Bauhelmen, Schubkarren, Spitzhacken und statt Schutt in der Schubkarre stehen darin Pflanzen. Dazu ein Schild:

Wir bauen die Zukunft
Die Bundesregierung hat leider noch keinen Bauantrag gestellt.

Oder weniger polemisch: Hier entsteht: Zukunft, Baubeginn: sofort.

Das Schöne daran, es sieht zunächst tatsächlich wie eine Baustelle aus. Erst beim zweiten Hinsehen merkt man, dass dort Pflanzen statt Beton stehen.

Die grüne Baustelle

Noch konsequenter, jeder Teilnehmer bringt einen kleinen Topf mit. Alle Töpfe sind gleich gestaltet:

SPITZHACKE plus Nummer:

  • PFLANZSTELLE 001
  • PFLANZSTELLE 002
  • PFLANZSTELLE 003

Am Ende entsteht eine komplette temporäre Mini-Landschaft. Und anschließend werden die Pflanzen wieder mitgenommen oder, wenn dafür eine Genehmigung besteht, tatsächlich eingepflanzt. Damit wird aus Protest kein Müll, sondern ein wiederverwendbares Aktionsmaterial.

Wir haben da mal angefangen

Das könnte sogar ein zentraler Slogan werden. Die Regierung sagt:

  • Das ist kompliziert.
  • Das dauert.
  • Das kostet.
  • Das geht nicht so schnell.

Die Protestierenden kommen mit Spitzhacke und Blumentopf. Auf dem Schild: Wir haben schon mal angefangen. Das ist kommunikativ ziemlich stark, weil es den Vorwurf umdreht. Nicht: “Ihr tut nichts!” sondern: “Wenn ihr nicht anfangt, fangen wir eben an.”

Den Klimabaum zum mitnehmen

Ein kleiner Baum oder eine Pflanze im Topf. Daran hängt ein Etikett:

Dieser Baum ist mobil.
Im Gegensatz zum Klimawandel.

Oder:

Bitte nicht abschieben.
Er gehört hierher.

Man könnte solche Pflanzen bei Aktionen verteilen. Noch schöner wäre eine Art “Patenschaft”: Dieser Baum wurde am 8. August 2026 als Protest gegen unzureichenden Klimaschutz gepflanzt. Dann lebt der Protest weiter, obwohl die Demonstration längst vorbei ist.

Die “Spitzhacke des Monats”

Das Symbol könnte zu einer dauerhaften Protestmarke werden. Eine überdimensionierte, auffällig bemalte Spitzhacke wandert von Aktion zu Aktion. Auf ihr steht:

Noch nichts kaputt.
Noch nichts getan.

Oder:

Werkzeug vorhanden.
Jetzt fehlt nur noch der Klimaschutz.

Jede Aktion bekommt ein Foto mit derselben Spitzhacke. Dadurch entsteht Wiedererkennung, fast wie ein Logo.

Hitze sichtbar machen

Das finde ich für Klimaprotest durchaus interessant. Nicht abstrakt über CO₂ reden, sondern die Folge sichtbar machen. Beispielsweise ein riesiges Thermometer aus Pappe/Material:

DEUTSCHLAND 2026
+X °C Und daneben ein Blumentopf: Pflanze: 35 °C
Mensch: 35 °C
Asphalt: 50 °C

Oder eine Reihe von Töpfen mit Beschriftungen: Schatten fehlt. Wasser fehlt. Bäume fehlen. Klimapolitik fehlt. Das bringt das Thema aus der abstrakten “Klimakrise” vielleicht in den Alltag.

Straßenbegleitgrün - Eigeninitiative

Ein Thema das den Bürokraten dieser Welt vermutlich gefällt ;o)

Das könnte richtig schön absurd werden. Man stellt auf Flächen, auf denen das zulässig ist, eine Reihe kleiner Pflanzen auf. Daneben ein offizielles wirkendes Schild:

Straßenbegleitgrün
Eigeninitiative der Bevölkerung
Zuständige Stelle: unbekannt
Fertigstellung: sofort

Das spielt wunderbar mit der deutschen Verwaltungssprache und könnte von anderer Seite vielleicht sogar Zustimmung generieren.

Die Klimaschutz-Parkbank

Eine mobile Sitzbank, umgeben von Pflanzen. Schild: Hier entsteht gerade ein angenehmes Stadtklima.
Und darunter: Leider nur temporär.
Oder: Klimaanpassung zum Ausprobieren.

Man könnte bei einer Aktion tatsächlich einen kleinen mobilen “Schattenplatz” schaffen: Pflanzen, Sonnenschirm, Sitzgelegenheit, Wasser. Der Kontrast zwischen “so könnte öffentlicher Raum aussehen” und dem normalen versiegelten Platz wäre unmittelbar erfahrbar.

Ein Quadratmeter Zukunft

Das wäre vielleicht sogar eine größere Kampagnenidee. Jeder Teilnehmer bekommt einen Quadratmeter. Darauf Pflanzen, Kräuter, Blumen, kleiner Baum, Wasserbehälter, Insektenhotel etc. Und überall steht: 1 m² Zukunft

Am Ende stehen beispielsweise 10 Menschen, wenn es gut (oder) besser läuft vielleicht 500 Menschen da und man könnte schreiben

500 m² Zukunft.

Das lässt sich wunderbar fotografieren und quantifizieren.

Die Straße gehört uns allen

Eine Aktion mit mobilen grünen Modulen. Nicht festkleben, nicht beschädigen, nichts ausschütten. Einfach für eine bestimmte Zeit einen Platz mit mobilen Pflanzkübeln, Sitzgelegenheiten und kleinen Bäumen verwandeln, sofern die Fläche bzw. Veranstaltung das erlaubt. Vorher: Beton. Nachher: Lebensraum. Und anschließend wird alles wieder weggeräumt. Das ist politisch interessant, weil man damit eine Frage stellt:

Warum muss öffentlicher Raum eigentlich überwiegend aus Asphalt bestehen?

Pflanzen statt Plakate

Das könnte ein schönes Gegenmodell zur üblichen Demonstration sein. Normalerweise 500 Plakate, 500 Slogans, 500 Fotos.

Hier: 500 Pflanzen. Jede Pflanze bekommt einen kleinen Satz. Zum Beispiel ich hätte gerne einen Baum. Ich hätte gerne Schatten. Ich hätte gerne saubere Luft. Ich hätte gerne einen Sommer, der nicht gefährlich wird. Ich hätte gerne eine Regierung, die handelt.

Das wäre wesentlich weniger aggressiv als klassische Protestplakate und möglicherweise gerade deshalb ziemlich eindringlich.

Der gemeinsame Gedanke

Und ich würde das Ganze sogar unter einen gemeinsamen Gedanken stellen. Nicht “Guerrilla Gardening”, nicht “Klimaprotest”.
Sondern vielleicht:

SPITZHACKEN

Wenn niemand anfängt, fangen wir an. Darunter könnten sich ganz unterschiedliche Aktionen versammeln:

🌱 Pflanzen
🪴 Begrünen
💧 Wasser sichtbar machen
☀️ Hitze sichtbar machen
🏗️ Zukunft bauen
🌳 Bäume fordern
🚲 Flächen zurückerobern
♻️ wiederverwenden statt wegwerfen

Und ganz wichtig: Die Aktionen sollten möglichst wenig verbrauchen und möglichst wenig Müll erzeugen. Keine tausend Einweg-Plakate, keine Plastik-Gimmicks, die nach zwei Stunden im Müll landen. Die Spitzhacke, Töpfe, Schilder, Pflanzenkübel usw. werden immer wieder verwendet. Dann wird daraus tatsächlich etwas Interessantes. Der Protest selbst versucht bereits, die Welt ein kleines Stück so zu gestalten, wie sie sein soll. Nicht nur “Hört endlich auf, nichts zu tun!” sondern “Schaut her. So könnte es aussehen. Und wir können damit anfangen.”

Das finde ich wesentlich stärker als den nächsten klassischen Protestzug mit Transparenten.

Fazit

Wenn auch nur ein Gedanke davon umgesetzt würde, oder sogar mehrere Ideen zusammenkämen, wäre das nicht bereits ein sichtbares Zeichen?

Ein Zeichen dafür, dass wir nicht länger nur darüber reden wollen, was alles getan werden müsste. Sondern anfangen. Vielleicht mit einem Blumentopf. Vielleicht mit einem Baum. Vielleicht mit einer Spitzhacke. Und vielleicht fällt uns dabei ja noch viel mehr Unsinn ein, der gar keiner ist.

Ich erwarte Eure Eulen. Per Mail an redaktion {äd} 361-grad.eu oder halt per Bluesky an @361-frad.eu - am besten den Text hier darunter kopieren.

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