A
Gesellschaftliches und mediales System, in dem Aufmerksamkeit zur zentralen Ressource geworden ist. Sichtbarkeit, Empörung, Konflikte und emotionale Reize erzeugen Reichweite und damit wirtschaftlichen oder politischen Wert. Inhalte werden dadurch zunehmend nicht nach gesellschaftlicher Relevanz, sondern nach ihrer Fähigkeit zur Aufmerksamkeitsbindung bewertet.
Auch bekannt als:
Aufmerksamkeitsoekonomie
Verwandt:
Wutlogik,
Normalisierungsspirale,
Organisierte Erschöpfung,
Neutralitätsillusion,
Realitätsmechanik
B
Zustand, in dem individuelle Freiheit und Persönlichkeit über standardisierte Konsumgüter ausgedrückt werden sollen, obwohl diese selbst weitgehend uniformiert und funktional austauschbar sind.
Verwandt:
Individual-Monotonie,
Realitätsmechanik,
Konsumidentität
Vorkommen:
- Noch kein direkter Artikelverweis.
I
Paradoxer Zustand moderner Konsumgesellschaften, in denen Individualität hauptsächlich über standardisierte Massenprodukte ausgedrückt wird, die sich meist nur oberflächlich unterscheiden.
Verwandt:
Besitzmonotonie,
Konsumidentität,
Realitätsmechanik
K
Konservative ergötzen sich daran, ‘etwas erhalten zu haben’. Nur geht es meist nicht um Werte, sondern um ihren geistigen Aggregatzustand. Das Wissen, das Weltbild, die Gewohnheit - alles soll bleiben.
Auch bekannt als:
Konservative
Verwandt:
Realitätsmechanik
Eine politische Technik, bei der Entscheidungen formal anerkannt, praktisch aber verschoben, verlangsamt oder folgenlos gemacht werden.
Auch bekannt als:
Kontrollierte Verzoegerung
Verwandt:
Realitätsmechanik
L
Akteure der ‘Dogmatischen Linken’ (z.B. bestimmte Strömungen innerhalb der Antifa [Nicht Antifaschismus - Unterschied!], oft als Schwarzer Block), die sich als links verstehen, jedoch mit autoritären, strukturell rechten Handlungsmustern agieren. Diese Strömung handelt immer autoritär, selbst wenn sie sich als emanzipatorisch bezeichnet. Moral entsteht aus der ‘richtigen’ ideologischen Position, nicht aus konkretem Handeln.
Verwandt:
Antifa
N
Die Vorstellung institutioneller oder medialer Neutralität, obwohl bereits Auswahl, Gewichtung und Darstellung gesellschaftliche Wirklichkeit aktiv mitformen.
Verwandt:
Realitätsmechanik,
Aufmerksamkeitsökonomie,
Kontrollierte Verzögerung
Vorkommen:
- Noch kein direkter Artikelverweis.
Prozess, bei dem ursprünglich extreme oder gesellschaftlich inakzeptable Positionen durch mediale Wiederholung, politische Übernahme und öffentliche Gewöhnung schrittweise als normal wahrgenommen werden.
Verwandt:
Aufmerksamkeitsökonomie,
Wutlogik,
Realitätsmechanik
Vorkommen:
- Noch kein direkter Artikelverweis.
O
Gesellschaftlicher Zustand, in dem wirtschaftliche, politische und mediale Systeme systematisch Zeit, Aufmerksamkeit, psychische Belastbarkeit und Lebensenergie der Bevölkerung ausbeuten, bis Erschöpfung selbst zu einem Steuerungsmechanismus wird.
Verwandt:
Aufmerksamkeitsökonomie,
Realitätsmechanik,
Symbolpolitik,
Entfremdungspolitik
R
Beschreibt die Differenz zwischen der tatsächlichen Realität und dem inneren Weltbild eines Menschen, einer Gruppe oder eines Systems. Je größer der Realitätsabstand, desto stärker weichen Wahrnehmung, Erwartungen oder Überzeugungen von überprüfbaren Bedingungen und Fakten von der Wirklichkeit ab.
Verwandt:
Realitätsmechanik,
Umkehrdenker
Zwei Menschen können dieselben Zahlen lesen, dieselben Bilder sehen, dieselben Ereignisse erleben - und am Ende zu völlig unterschiedlichen Schlussfolgerungen kommen. Nicht unbedingt, weil einer lügt. Sondern weil Menschen Realität niemals direkt erfassen. Sie konstruieren sie. Genau dort beginnt die Realitätsmechanik.
Auch bekannt als:
Realitaetsmechanik
Verwandt:
Kontrollierte Verzögerung,
Realitätsabstand
S
Industriezweig oder Bank, dessen Relevanz ausschließlich behauptet wird - bevorzugt mit Verweis auf frühere Erfolge. Zu alt zum Scheitern, zu unbeweglich für Fortschritt. Der reale Nutzen ist inzwischen obsolet; der wirtschaftliche Zweck beschränkt sich auf Kapitalerhalt und Geldgenerierung. Verluste werden in jedem Fall vergesellschaftet.
Verwandt:
Realitätsmechanik
T
Politischer Euphemismus für das bewusste Aufschieben konkreter Entscheidungen unter Verweis auf zukünftige technische Lösungen. Übersetzt bedeutet ‘technologieoffen’ häufig: ‘Wir machen erst einmal gar nichts und hoffen, dass irgendwann ein Wunder geschieht.’
Auch bekannt als:
Technologieoffenheit
Verwandt:
Kontrollierte Verzögerung,
Realitätsmechanik,
Symbolpolitik
Mangel an nachvollziehbarer Offenheit staatlicher, wirtschaftlicher oder institutioneller Entscheidungen, der gesellschaftliches Misstrauen, Spekulation und Verschwörungsdenken begünstigt.
Verwandt:
Realitätsmechanik,
Organisierte Verantwortungslosigkeit,
Kontrollierte Verzögerung
Vorkommen:
- Noch kein direkter Artikelverweis.
U
Akteure, die Ursache und Wirkung systematisch vertauschen und daraus eine scheinbar geschlossene Gegenwirklichkeit bauen.
Verwandt:
Wutlogik
V
Politische Erwartung, dass Menschen permanent leistungsfähig, erreichbar, flexibel und ökonomisch verwertbar zu sein haben.
Verwandt:
Organisierte Erschöpfung,
Aufmerksamkeitsökonomie
Vorkommen:
- Noch kein direkter Artikelverweis.
Zustand, in dem institutionelle Abläufe, Zuständigkeiten und Verwaltungsprozesse wichtiger werden als die eigentliche Lösung gesellschaftlicher Probleme.
Verwandt:
Bürokratische Trägheit,
Kontrollierte Verzögerung,
Organisierte Verantwortungslosigkeit
W
Ideologische Haltung, bei der wirtschaftliche Interessen, Marktlogik und Renditeerwartungen systematisch über soziale Stabilität, demokratische Kontrolle, ökologische Grenzen oder menschliche Bedürfnisse gestellt werden. Gesellschaftliche Schäden gelten dabei als akzeptabler Preis wirtschaftlicher Verwertung.
Verwandt:
Organisierte Erschöpfung,
Verfügbarkeitslogik,
Systemrelevanz
Vorkommen:
- Noch kein direkter Artikelverweis.
Ein Denkmuster, das Probleme nicht löst, sondern Empörung als scheinbare Erklärung und Ersatzhandlung benutzt.
Verwandt:
Umkehrdenker
Z
Politischer oder wirtschaftlicher Prozess, bei dem kurzfristige Stabilität, Haushaltsziele oder Gewinne durch den langfristigen Abbau von Infrastruktur, Bildung, Forschung oder gesellschaftlicher Zukunftsfähigkeit erkauft werden.
Verwandt:
Investitionsbremse,
Organisierte Erschöpfung,
Wirtschaftsextremismus
Vorkommen:
- Noch kein direkter Artikelverweis.